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Alle Jahre wieder. Als Kind hatten wir ein Spiel: Ich packe meinen Koffer. Hinein kam alles, was einem einfiel, Zahnpasta und Hosenträger, Teddybär und Schlafanzug - so viel, wie man sich eben merken konnte.

Sobald die ersten Adventsbeleuchtungen auftauchen, fällt mir dieses Spiel wieder ein. Ich packe meinen Adventskoffer: Selbstgebackene Kekse und Weihnachtskantaten. Filzelche und Punschabende mit Freunden. Ein paar selbstgebastelte und viele gekaufte Geschenke. Dickens’ „Christmas Carol“ und der schwedische Weihnachtsmarkt in der Seemannskirche. Weihnachtspost auf jeden Fall und der ein oder andere Band mit Gedichten. Ach, und natürlich ein Adventskranz und ein Bund Mistelzweige...

Ganz schön schwer, das Ding, denke ich spätestens Mitte Dezember. Von Adventssonntag zu Adventssonntag schleppe ich diesen Koffer hinter mir her. Über dem ganzen Herumgezerre vergesse ich fast den Inhalt. Sperrig ist er und viel zu groß und viel zu vollgepackt sowieso, hadere ich.

Und wenn ich nun, denke ich, und wenn ich ihn nun einfach an irgendeiner Ecke stehen ließe? Und weiterginge, leichten Schrittes? Ein Lied im Kopf, einen Stern im Sinn, mehr nicht?

"Es leuchtet der Stern. Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg. Und viel geht Dir unterwegs verloren. Laß es fahren. Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast Du ja bei Dir. Gott wird es annehmen." Karl Rahner

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